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Leseprobe

Auf der Seite der Teddybären geht Elvis in den Kampf. So beginnt beispielsweise sein Kapitel:

Wenn ich mich kurz vorstellen darf? Mein Name ist Elvis, und das ist absolut kein Zufall, denn ich bin Elvis und singe – wenn man mir kräftig auf den Bauch drückt – mit Originalstimme einen Teil des Liedes „Let me be your teddy bear“, das 1957 entstand, ein für mein Frauchen nicht gerade unwichtiges Jahr. Ich trage einen braunen Lederanzug, im Prinzip sehr King-unüblich, aber mein ganz in Weiß gekleideter Zwilling hatte nicht die Gabe, gerade diesen schönen und vor allem für unsereins typischen Song aufführen zu können.
Ich möchte hier von meinem größten und einmaligen Erlebnis berichten, dem Besuch eines Konzertes meines Namengebers. Vorgeschichte: Bereits Mitte Dezember 1998 las Frauchen über diese Veranstaltung, fand die Sache aber etwas abstrakt. Wie sollte ein Konzert mit einem Star vor sich gehen, der schon vor mehr als 20 Jahren verstorben war? ...
 

31. August 1997
Ausflug in den Denali National Park. Die Besucher dürfen hier die Fahrzeuge nur an bestimmten Stellen verlassen.

... Wir sehen am Bachufer einen Rotfuchs, dann eine Ansammlung von Fahrzeugen am Straßenrand, dort muss etwas los sein. Ein Mutter- und zwei Kinderbären „grasen“ nicht weit von der Piste, werden dann unruhig, kommen im Trab immer näher.
Ich bin begeistert! Nicht nur, dass das die ersten Tiere des Nationalparks sind, die sich auf meiner Busseite aufhalten und deshalb in aller Ruhe gefilmt werden können, sondern vor allem über das unglaubliche Schauspiel, diese Bären so ungezwungen und nicht hinter Gittern oder in Zoogehegen zu sehen.
Da sich die Petze weiter nähern, werden einige der unerlaubt aus ihren Autos gestiegenen Fotografen bereits unruhig. Als sich die Bärenfamilie dann im Galopp der Piste nähert, schnappen sie die Stative mit Aufsatz, springen mit unbeschreiblicher Geschwindigkeit in die Fahrzeuge und reißen die Türen hinter sich zu. Ich wäre vor Angst sicher noch schneller gewesen.
 

Der Teddy Jagu erzählt die Geschichte seiner Adoption anlässlich des Formel-1-Rennens in Spanien im Mai 2003:

... Einerseits liebe ich die Beobachtung der vorbeiflanierenden Menge, andererseits behandelt man mich hier am Stand nicht gerade sanft. Wissen Sie, was die Angestellte mit mir machte? Sie schleuderte mich so richtig durch! Angeblich sollte sich dadurch mein Aussehen verbessern, das heißt mein Fell nach dem engen Liegen im Karton lockern und die Flusen abfallen. Jetzt seien Sie einmal ehrlich! Verlieren Sie nicht auch ab und zu ein paar Haare? Ist das nicht normal und unvermeidlich? Stellen Sie sich also folgende Situation vor: Sie sitzen beim Frisör, lassen sich einen neuen Schnitt verpassen und statt dass man Sie danach mit einem weichen Pinsel im Genick von lästigen Überbleibseln säubert, kommt ein Gigant, fasst Sie um die Taille und schüttelt Sie so lange, bis sich kein lockeres Härchen mehr auf dem Umhang oder dem Kopf befindet. Ich versichere Ihnen, dabei vergeht einem Hören und Sehen ...
 

3. September 1997
Fußmarsch im Katmai National Park / Brooks Camp

... Als die Erstmarschierende unserer kleinen Prozession über den nur knapp einen Meter breiten Pfad durch den Wald habe ich die Aufgabe übernommen, den Lärm zu machen. Nachdem ich einige Male „Hallo, Bär!“ gerufen habe, denke ich, dass die Fremdsprachenkenntnisse der Tiere eventuell Lücken aufweisen könnten, sie nur die vertrauten Laute verstehen, so gehe auch ich zu dem hier üblichen „Hey, bear!“ über. Dazu klatsche ich in die Hände. Frau Acker, nur wenige Zentimeter hinter mir, unterstützt mich mit ihren Bärenglöckchen und klingelt wie wild.
Gerade in diesem Gebiet, das durch die dichte Vegetation nur geringe Sicht erlaubt, dürfen wir keinen Bären überraschen, müssen unsere Gegenwart ankündigen und uns gegenseitig gegebenenfalls die Möglichkeit zum Ausweichen einräumen. Es ist zwar nicht warm, aber mir ist ausgesprochen heiß. Der Angstschweiß! Da der Pfad über eine kleine Kuppe führt, kann man nur wenige Meter der Strecke vor sich einsehen. Ein Bär bevorzugt den Weg des geringsten Widerstands. Warum soll er sich durchs Unterholz quälen, wenn es Pfade gibt? Von seiner Seite aus verständlich, aber was ist mit mir? Bei jedem Knacken im Wald stimme ich ein noch lauteres „Hey, bear!“ an.

15.6.07 12:57
 


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